Es schlüpft! Schlupf einer Testudo kleinmanni

Etwas drei Monate lang dauerte es, bis sich der Keim zu einer fertigen kleinen Schildkröte entwickelt hat. Im Vergleich zur Griechischen Landschildkröte braucht die Ägyptische, bei einer durchschnittlichen Inkubationstemperatur von 31,5 °C um einen ganzen Monat länger.

Dabei entspricht diese Zeitspanne keineswegs der natürlichen Entwicklungszeit wie sie unter den Bedingungen im natürlichen Verbreitungsgebiet ist. Dort schlüpfen die Tiere erst im Herbst, wenn die Lebensbedingungen wieder schildkrötenfreundlicher werden, die Temperatur nicht mehr so extrem ist und der erste Regen für Wasser und frische Nahrung sorgt. Obwohl ich in meinem Kleinmanniwintergarten stets bemüht bin, die natürlichen Lebensbedingungen so gut als möglich nachzustellen, ist es mir bei der künstlichen Inkubation bisher noch nicht gelungen. Und so schlüpfen die winzigen Schildkrötlen jetzt, um diese Jahreszeit.

Erst einmal konnte ich mich über eine Naturbrut im Wintergarten freuen.

Da die Eier, die in einer Brutdose aus niedergebrannten Ton, in Sand eingegraben liegen, kann ich nur in Ausnahmefällen den Schlupf beobachten. Dafür werde ich so gut wie immer mit lebhaften Nachzuchten, deren Dottersack sich bereits völlig in den Plastron eingezogen hat, belohnt. Die Tiere haben sich, durch die Anstrengung des Ausgrabens, meistens schon völlig entfaltet. Im Durchschnitt bring so ein Kleinmannischlüpfling 7 Gramm auf die Waage. Mit fast 8 Gramm ist dieser Kleinmannischlüpfling ein wahrer Wonneproppen.

Unmittelbar nach dem Schlupf, gleich nachdem ich das winzige Schildkrötchen aus dem Brutbehälter befreit habe wird es, um meine Neugierde zu befriedigen, auf die Waage gesetzt. Anschließend darf es auf einem flachen Teller, der mit etwas handwarmem Wasser gefüllt ist, seinen Wasserhaushalt ausgleichen. Zwar glaube ich, dass das Tierchen ohnehin mit einem perfekt ausgeglichenen Wasserhaushalt die Eischale verlässt, da dieses Wasserangebot jedoch offensichtlich gerne angenommen wird, und es mir so zusätzliche Zeit des Beobachtens und das Gefühl etwas tun zu können gibt, verfahre ich weiterhin so. Auch wird dadurch der am Tier klebende Sand, den ich als Inkubationssubstrat verwende, abgewaschen.

Danach ist es für den neuen Erdenbürger Zeit in einen abgegrenzten Bereich des Wintergartens zu übersiedeln.

Dieser Aufzuchtteil befindet sich zwar in dem gleichen Wintergarten, in dem auch die Alttiere die heißen Sommertage, zurückgezogen in ihren Höhlen in einer Ästivation verbringen, doch herrscht, dank einfacher technischer Tricks in diesem kleinen Bereich ein etwas milderes Klima. Einerseits dadurch, weil sich dieser abgegrenzter „Babybereich“ direkt an einer großen Glasschiebetür befindet, die an heißen Tagen offen steht und so die munteren Tierchen mit echter Sonne und damit auch mit ausgezeichneter Ultravioletter Strahlung versorgt. Da der Boden, der in diesem Bereich aus mehr Erde als Sand besteht und im Gegensatz zum restlichen Boden des Wintergartens, regelmäßig angefeuchtet wird, wachsen dort einige schattenspendende Pflanzen. Die regelmäßig angebotenen Futterpflanzen bilden einen schützenden Pflanzenfilz, der nicht nur vor Dehydrierung schützt, sondern auch für rohfaserreiche Nahrung sorgt. Die Tiere wachsen so langsam und dementsprechend glatt und gesund heran. Mit etwa einem Jahr, bei einem Durchschnittsgewicht von 25 Gramm darf das kleine Wesen bereits im „großen“ Teil, gemeinsam mit den adulten Tieren ihre erste wirkliche Ästivation begehen.

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