Ästivation – die Trockenruhe bei Testudo kleinmanni

Bereits seit Anfang Mai kann man deutlich die längeren Tage und die kürzeren Nächte spüren. An der nordafrikanischen Seite des Mittelmeeres brennt nun die Sonne gnadenlos vom Himmel und verdorrt die letzten nahrhaften Futterpflanzen. Die steppenartige Landschaft hat sich in eine Halbwüste verwandelt. Dornige Büsche ragen gespenstisch aus dem Boden. Artemisia Gewächse und vertrocknete Süßgräser sind nur noch inselartig zu sehen. Dies sind nun die einzigen schattenspendenden Pflanzen, die den kleinen Ägyptischen Landschildkröten Schutz und Schatten bieten. Selbst die Nächte bringen kaum noch Abkühlung. Nun gilt es für die Tiere sehr sorgsam mit ihrem Wasserhaushalt umzugehen. Die geringe Wassermenge, die der frühe Morgentau und die hohe Luftfeuchtigkeit, bedingt durch das nahe Mittelmeer, bringt, muss den Tieren bis in den Oktober hinein genügen. So überdauern Testudo kleinmanni, dicht an den Wurzeln der spärlichen Gewächse, diese unwirtliche Zeit.

Auch für die in menschlicher Obhut lebenden Schildkröten, ist nun die Zeit der Ruhe und Inaktivität angebrochen. Bereits seit einem Monat ist es in meinem Kleinmanni- Wintergarten sehr ruhig.

Mit der Winterruhe der, in Europa lebenden Schildkrötenarten, ist diese Ruhe allerdings kaum zu vergleichen. Im Gegensatz zur Hibernation zeigt sich die Ästivation nicht so durchgängig. Zwar haben sich die Tiere tief in ihre, meist selbst gegrabenen Höhlen zurückgezogen, eine Tagesaktivität ist kaum noch zu beobachten, aber etwas Bewegung gibt es doch. So stelle ich immer wieder fest, dass die Tiere ihre Plätze wechseln. Auch von den angebotenen Futterpflanzen, welche im sonnigen, heißen Wintergarten, innerhalb weniger Stunden zu Heu vertrocknen, wird in den frühen Morgenstunden genascht. Untertags kann man jedoch nur sehr selten ein Tier langsam und verschlafen über den sandigen Boden laufen sehen.

Schildkröten, die man den ganzen Tag über nicht sieht, könnte man leicht vergessen. Dies kann jedoch ein tödlicher Fehler sein, da gerade jetzt, in dieser heißen und trockenen Zeit Wasser eine lebenswichtige Rolle spielt. Zwar fällt jetzt kaum ein Regentropfen vom Himmel, eine hohe nächtliche Luftfeuchtigkeit, die sich bis in den Vormittag halten kann, bietet den Tieren doch mehr Feuchtigkeit, als man glauben würde. Das ist in einem geschlossenen

Terrarium, bzw. Wintergarten nur durch ein gutes Wasserverdampfungsgerät, zu erreichen.

Um einer tödlichen Dehydrierung entgegen zu wirken, bade ich meine Tiere trotz Ästivation, zumindest einmal im Monat. Es ist sehr wichtig, dass die Urate, auch zu dieser Jahreszeit ausgeschieden werden können. Sind diese weiß und cremig dürfen die Schildkröten ihre Trockenruhe weiter fortsetzen, was sie, trotz dieser kurzen Störung auch machen.

In meinem Buch * Testudo kleinmanni,

meine Erfahrungen über die Haltung der Ägyptischen

Landschildkröte * erfahren sie mehr über die Lebensweise und Haltung dieser kleinen, außergewöhnlichen Schildkrötenart. Erschienen ist das Buch im www.kleintierverlag.de

Das www.landschildkroeten-forum.eu bieten jeden Landschildkrötenfreund einen werbefreien, kostenlosen und fachlich kompetenten Erfahrungsaustausch. Ein Schildkrötenforum für Einsteiger und Experten, ein Forum, in dem man auch quer denken kann und sogar altbewährtes und „immer schon so gewesenes“ neu hinterfragen darf. Ein Schildkrötenforum, welches uns weiterbringt.

www.kleinmanni.at

www.griechische-landschildkroeten.at

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