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Klima

 

Testudo kleinmanni sind unmittelbar mit den klimatischen Bedingungen ihres Herkunftsgebiets verbunden. Selbst dann, wenn sie ihre Eischale in einem Brutapparat verlassen und ihr Leben fernab ihrer eigentlichen Heimat verbringen, sind sie doch unmittelbar mit ihrem nordafrikanischen Klima verwurzelt.

Schildkröten haben sich über viele Generationen an die klimatischen Bedingungen ihres Lebensraums angepasst und das können wir Menschen nicht innerhalb weniger Generationen ändern.

Um den Tieren eine optimale Haltung bieten zu können ist es wichtig sich mit dem Lebensraum und den damit verbundenen klimatischen Bedingungen auseinander zu setzen.
Der Versuch diesen Reptilen die Härte ihrer Lebensbedingungen zu ersparen endet oft als Todesurteil. Auch wenn wir nur das Beste für unsere Pfleglinge wollen, so müssen wir ihnen doch möglichst naturnahe Lebensbedingungen schaffen. Das ist nicht einfach und funktioniert nicht ohne teuren technischen Aufwand.

Um die klimatischen Bedingungen, an die diese Tiere angepasst sind, verstehen zu können muss man wissen, dass in den Ländern, Ägypten, Israel und Libyen zwei sehr unterschiedlich Klimazonen auftreten.

In Libyen, wo diese Art noch vereinzelt zu finden ist, trifft das angenehm milde Mittelmeerklima direkt auf die trockene und heiße Wüstenzone, welche bald hinter dem Küstenstreifen beginnt. Testudo Kleinmanni bevölkern ausschließlich nur diesen angenehm milden Küstenstreifen und wagen sich lediglich entlang der Wadis weiter ins Landesinnere.
Im Winter, wenn die Tiere aktiv sind, genießen sie durchschnittliche Tageshöchsttemperaturen zwischen 16°C und 20°C. Das hört sich für ein wechselwarmes Tier unglaublich kalt an. Wir müssen jedoch die Sonnenstunden berücksichtigen. Auch wenn diese im Winter auf lediglich 5-6 Stunden fällt (das entspricht in etwa der Tageslichtlänge in unserem Breitengrad) so scheint sie doch sehr viel stärker und öfter als bei uns, wo wir sie im Winter oft wochenlang nicht zu Gesicht bekommen.
Da kann sich die Schildkröte schon am Morgen ordentlich aufwärmen und so ihre „Betriebstemperatur“ erreichen. Die nordafrikanischen Nächte sind jedoch ganz und gar nicht warm. Diese liegen bei etwa 8 bis 12°C.
Ganz anders als im Landesinneren, herrscht am libyschen Küstenstreifen, sowohl im Sommer als auch im Winter, eine durchschnittliche Luftfeuchte von 60- 75%.
Regen fällt nur selten, man zählt 30 bis 50 Regentage und diese hauptsächlich im Winter.
Im Frühling wie auch im Herbst fegen heiße und trockene Sandstürme, die aus der Wüste kommen, über das Land. Die Tiere am Boden stört das kaum.
In den Sommermonaten wird es auch an der Küste sehr warm. Die Lufttemperatur steigt auf 30 bis 33°C. Solche Temperaturen und die ständig vom Himmel brennende Sonne heizen den sandigen Boden auf. In dieser Zeit bringen auch die Nächte mit durchschnittlich 20-22°C, nicht allzu viel Abkühlung.  
Der bedeutend größere Teil dieses Landes, der nur wenige Kilometer hinter dem Küstenstreifen beginnt, wird vom trockenen, heißen Wüstenklima beherrscht. Im Landesinneren liegt die durchschnittliche Tagestemperatur in dieser Jahreszeit bei 38 bis 42°C, und das bei einer sehr geringen Luftfeuchtigkeit von nur 20 bis 30%. In diesen Gebieten fand und findet man jedoch keine Testudo kleinmanni, diese leben ausschließlich im gemäßigten Kima am Küstenstreifen.

Sehr ähnlich stellen sich auch die klimatischen Bedingungen in Ägypten und Israel dar. Auch diese Länder werden von zwei, teilweise stark unterschiedlichen Klimazonen beherrscht.

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Kliken Sie sich durch das interaktive Bild und erforschen Sie daa nordafrikanische Klima

Die Flora der libyschen Küste

 

Im Küstenbereich wird die libysche Küste von einer mediterranen Steppe begleitet, die im Süden langsam in die Wüste übergeht.
Im Sommer erscheint die Steppe grau und vertrocknet. Sperrige und dornenreiche Büsche stehen vereinzelt auf einer niedrigen und sandigen Kupste. Auf steinigem Boden wachsen nur wenig vertrocknete, niedere Sträucher.
Mit dem Herbst und Winterregen, der in diesem Küstenstreifen von Jänner bis April fällt, verändert die Steppe ihr Erscheinungsbild.
Da sprießen Gräser und Kräuter auf und bald wird der sonst so karge Boden von einem gelb- und weißblühenden Teppich bedeckt. Auch rote und blaue Farbtupfer zieren nun diese wundersam blühende Steppe.

An Dornenbüschen treiben harte, dunkelgrüne Blätter und bald springen ihre Knospen zu bastfarbenen Blüten auf.
Leider ist das nur von kurzer Dauer, denn mit den heißer werdenden Tagen ist dieser Blütenzauber bald wieder vorbei.

Kameldornsträucher (Zyziphus lotus), Beifußgewächse (Artemisia), Tamarisken, Akazien, Ginstagewächse wie Retama Raetem, der Dornbusch Calycotome und Ginestra  tripolitana bilden die meeresnahe Steppe z.B. der Dschefara.
In Frühjahr kann man auf dem lößartigen, wasserhaltigen Boden, auch Zwiebelgewächse wie Asphodelus oder die Meerzwiebel (Chenopodiacee) finden, aber auch und andere Kräuter und Gräser begleiten diese Landschaft.

Gegen den tripolitanischen Dschebel wird die Steppe noch karger und Kalkkrusten treten gelegentlich an die Oberfläche.
Auf den bis zu einem Meter hohen Krupsten, gedeiht Kameldorn begleitet von lockeren Zwergsträuchern. Auch Halfagras (Lygeum sparticum) findet man auf großen Flächen.

Ausgedehnte Oasen erstrecken sich hinter den Dünen, wo sich durch den Meereseinfluss Salzwasserlagunen und Salzsümpfe ausweiten.
Da findet man auch eine große Zahl an salzliebenden Pflanzen, wie verschiedene Salicornien oder der Belbel (Zygophyllum album), der gerne von Kamelen gefressen wird, sowie Halocnemum und andere Kräuter und harte Gräser. Auch das in der Medizin verwendete Cynomorium coccineum wächst hier.
In den von Menschen besiedelten Gegenden findet man Palmoasen in denen  Tamarisken und Akazien  aber auch Dattelpalmen, Feigen, Marillen- und, Mandelbäume, Bananen und sämtliche Citrusfrüchte wunderbar gedeihen.
Im Syrtengebiet verschmälert sich  der Steppenstreifen auf knapp 30 km. Hier wird die lockere Buschsteppe bald zu einer Zwergstrauchsteppe in der mehrere, unterschiedlich große Salzpfannen zu finden sind.  

Auch wenn Testudo Kleinmanni nicht nur in Libyen, sondern ebenso an der Mittelmeerküste von Israel und Ägypten, ihr natürliches Habitat findet oder fand, so beschreibt die Steppenküste von Libyen sehr genau das Verbreitungsgebiet, mit all ihren Pflanzen, welche die Steppe zwischen dem nordafrikanischem Mittelmeer und Wüste hervor bringt.

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Christine Dworschak

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